LITERATUR ZUR ANTI-BIAS-ARBEIT (ANSTÖSSE NO. V)

Hier findet sich eine Auswahl von Texten und Büchern zur Anti-Bias-Arbeit. Neben Litera­tur zum Anti-Bias-Ansatz und dessen Geschichte habe ich Titel zum Arbeits­feld Schule und Jugend­ar­beit sowie zum Arbeits­feld Kindergarten/Kita zusam­men­ge­stellt. Vieles davon ist online frei verfüg­bar.

AGG – 10 Jahre alt und trotzdem noch wenig bekannt (Anstösse No. IV)

Das Allge­meine Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) feiert(e) 2016 seinen zehnjäh­ri­gen Geburts­tag und wird in vielen dazu erschie­nen Berich­ten gewür­digt und zugleich kritisch auf den Prüfstand gestellt.
Dieses Antidis­kri­mi­nie­rungs­recht ermög­licht es Menschen, die bspw. am Arbeits­platz, bei der Wohnungs­su­che oder beim Disko­be­such aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Religion, ihrer körper­li­chen Befähi­gung, ihres Alters, ihrer sexuel­len Identi­tät oder ihrer Hautfarbe/»race« diskri­mi­niert wurden, zivil­recht­lich dagegen vorzu­ge­hen. Betrof­fene können sich von Antidis­kri­mi­nie­rungs­stel­len – wie der ADS Karls­ruhe – Unter­stüt­zung holen, um auf Unter­las­sung, Gleich­be­hand­lung oder Ausgleich erlit­te­ner Schäden zu klagen. Neu ist dabei, dass die diskri­mi­nie­ren­den Handlun­gen nicht »vorsätz­lich« began­gen werden müssen, sondern relevant ist, dass diese Handlun­gen benach­tei­li­gende, ausschlie­ßende oder verlet­zende Wirkun­gen haben.
Kriti­siert werden muss, dass das AGG Lücken aufweist und bspw. den Bereich Bildung vernach­läs­sigt, »racial profiling« ausspart sowie aufgrund festge­leg­ter Diski­mi­nie­rungs­ka­te­go­rien nicht alle betrof­fe­nen Menschen sich darauf berufen können.
Ausführ­li­cher geht Doris Liebscher in ihrem Artikel »Recht als Türöff­ner für gleiche Freiheit?« auf Geschichte, Erfolge und Probleme des AGG ein.

GEMEINSAM VER_LERNENWAS MEINT DAS? (ANSTÖSSE NO. III)

Den Begriff »Verler­nen« habe ich aus der postko­lo­nia­len Theorie entlehnt. In diesem Zusam­men­hang wird über unglei­che Macht­ver­hält­nisse nachge­dacht und festge­stellt, dass privi­le­gierte Menschen sich ihrer Vorteile – aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Natio­na­li­tät, ihres sozia­len Status … – nicht bewusst sind und sie ihr Privi­le­giert­sein als ganz selbst­ver­ständ­lich und normal verin­ner­licht haben.

Diese »gelernte und belohnte Verges­sen­heit« gilt es auch im Rahmen von Anti-Bias zu erken­nen und abzubauen, indem sich die eigenen Vorteile bewusst gemacht werden und das Privi­le­giert­sein verlernt wird. Das ist ein langwie­ri­ger und auch schmerz­haf­ter Prozess, der nur im gemein­sa­men Austausch und Konflikt vollzo­gen werden kann. Durch dieses Lernen und Verler­nen kann »anderes Wissen«, eine andere Perspek­tive gewon­nen und damit eine »wert(e)volle« Bezie­hung zu Anderen aufge­baut werden.

Zum Weiter­le­sen empfehle ich den Text »Verler­nen und die Strate­gie des unsicht­ba­ren Ausbes­serns« von Maria do Mar Castro Varela.

Bilder – Vorbilder – Vorstellungsbilder: Zum kreativ-kritischen Umgang mit Kinderbüchern (Anstöße No. II)

Beim Betrach­ten und (Vor-)Lesen von Büchern kommen Kinder oftmals mit einsei­ti­gen und diskri­mi­nie­ren­den Welt- und Menschen­bil­dern in Kontakt. Im Rahmen einer vorur­teils­be­wuss­ten Bildungs- und Erzie­hungs­ar­beit gilt es diese Einsei­tig­kei­ten zu erken­nen und aktiv abzubauen. Ein Aufsatz von Annette Kübler bietet Anregun­gen zum kriti­schen Umgang mit Kinder­bü­chern (hier als pdf). Auf der Seite von Kinder­wel­ten e. V. findet sich eine Sammlung von vorur­teils­be­wuss­ten Büchern. Außer­dem biete ich Workshops zum kreativ-kriti­­schen Umgang mit Kinder­bü­chern an. Kontak­tie­ren Sie mich bei Inter­esse unter info@anti-bias-training.de .

Liebe Leser*innen: das Gender-Sternchen (Anstöße No. I)


Sprache ist ein bedeu­ten­des Feld, wenn es um die Repro­duk­tion, aber auch die Verän­de­rung von gesell­schaft­li­chen Einsei­tig­kei­ten und diskri­mi­nie­ren­den Prakti­ken geht. Mit dem »Gender-Stern­chen« möchte ich in meinen Texten auch die Menschen anspre­chen und einbe­zie­hen, die nicht in das in unserer Gesell­schaft dominante Frau-Mann-Schema passen oder sich nicht einpas­sen wollen (vgl. Heteronormativität/Heterosexismus). Durch die Schreib­weise mit dem * soll der Vielzahl von sozia­len Geschlech­tern und Geschlechts­iden­ti­tä­ten Rechnung getra­gen und ihnen eine Sicht­bar­keit gegeben werden (vgl. LGBTTIQ).